Caipirinha

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Caipirinha

Der Caipirinha ist der Nationalcocktail Brasiliens und einer der bekanntesten Drinks der Welt. Frische Limetten werden mit Zucker zerstoßen, mit Cachaça aufgegossen und über viel zerstoßenem Eis serviert. Das Ergebnis ist herrlich frisch, sauer-süß und unkompliziert.

Zutaten

  • 1 frische Limette
  • 2 TL brauner Rohrzucker
  • 5 cl Cachaça
  • zerstoßenes Eis (Crushed Ice)

Zubereitung

  1. Die Limette waschen, die Enden abschneiden und in acht Spalten schneiden. Den weißen Mittelstrang entfernen, damit der Drink nicht bitter wird.
  2. Limettenspalten zusammen mit dem Rohrzucker direkt im Glas geben und mit einem Stößel kräftig zerdrücken, bis der Saft austritt.
  3. Das Glas großzügig mit zerstoßenem Eis füllen.
  4. Mit Cachaça aufgießen und alles gut verrühren. Mit einem Strohhalm servieren.

Tipps

Verwende für das Original unbedingt Cachaça; mit weißem Rum wird daraus ein Caipirissima, mit Wodka ein Caipiroska. Achte auf wirklich frische, saftige Limetten und entferne den bitteren Mittelstrang. Wer es süßer mag, nimmt etwas mehr Zucker, wer es herber mag, weniger.

Häufige Fragen

Was ist ein Caipirinha?

Der Caipirinha ist ein brasilianischer Cocktail aus Cachaça, Limette, Rohrzucker und zerstoßenem Eis. Er gilt als Nationalgetränk Brasiliens und gehört zu den offiziellen Cocktails der International Bartenders Association. Anders als die meisten Drinks wird er nicht geschüttelt, sondern direkt im Glas gebaut: Die Limettenspalten werden mit dem Zucker zerstoßen, sodass Saft und ölhaltige Schale zusammen ins Glas gelangen.

Was bedeutet der Name Caipirinha?

Caipirinha ist die Verkleinerungsform des portugiesischen Wortes caipira, das in Brasilien einen Menschen vom Land bezeichnet. Wörtlich übersetzt heißt Caipirinha also etwa „die Kleine vom Lande“. Der Name verweist auf die Herkunft des Drinks aus der ländlichen Zuckerrohrregion, nicht auf eine Zutat.

Woher kommt der Caipirinha?

Der Caipirinha stammt aus Brasilien, genauer aus der Zuckerrohrregion des Bundesstaates São Paulo. Seine heutige Form entstand im frühen 20. Jahrhundert. Überliefert ist, dass eine Mischung aus Limette, Knoblauch und Honig während der Grippe-Pandemie 1918 als Hausmittel gereicht wurde; Knoblauch und Honig fielen mit der Zeit weg, geblieben sind Cachaça, Limette und Zucker. Diese Entstehungsgeschichte ist verbreitet, aber nicht urkundlich belegt.

Wer hat den Caipirinha erfunden?

Einen namentlich belegten Erfinder hat der Caipirinha nicht. Der Drink entstand als Volksrezept in Brasilien und lässt sich keiner einzelnen Person und keiner Bar zuordnen – anders als etwa der Negroni oder der Sazerac. Seine Verbreitung über Brasilien hinaus begann in den 1990er-Jahren.

Wie viele Kalorien hat ein Caipirinha?

Ein Caipirinha nach diesem Rezept hat rund 150 kcal pro Glas. Der größte Teil davon stammt nicht vom Zucker, sondern vom Alkohol der Cachaça. Die Werte sind aus den Mengen dieses Rezepts berechnet, nicht gemessen – wer süßer mixt, landet entsprechend höher.

Nährwerte je Glas (1 Limette, 2 TL Rohrzucker, 5 cl Cachaça)

BestandteilMengeKalorien
Cachaça (40 % vol)5 clca. 110 kcal
Brauner Rohrzucker2 TL (ca. 8 g)ca. 32 kcal
Limette1 Stückca. 5 kcal
Gesamt1 Glasca. 150 kcal

Der Zuckergehalt liegt bei etwa 9 g pro Glas, die Kohlenhydrate ebenfalls bei rund 9 g – Cachaça selbst enthält weder Zucker noch Kohlenhydrate.

Wie stark ist ein Caipirinha?

Ein Caipirinha enthält rund 16 g reinen Alkohol und kommt im fertigen Glas auf etwa 10 bis 14 Vol.-%. Die Spanne entsteht durch das Eis: Je länger der Drink steht, desto mehr Schmelzwasser verdünnt ihn. Damit liegt ein Caipirinha etwa beim Doppelten eines Glases Wein (0,1 l) – er trinkt sich durch Limette und Zucker nur deutlich harmloser, als er ist.

Wie schmeckt ein Caipirinha?

Der Caipirinha schmeckt säuerlich-süß mit einer kräftigen, leicht bitteren Limettennote. Prägend ist die Cachaça: Sie bringt eine grasig-erdige, leicht hefige Note mit, die sie deutlich von Rum unterscheidet, obwohl beide aus Zuckerrohr entstehen. Die Bitterkeit stammt aus den ätherischen Ölen der Limettenschale, die beim Zerstoßen freigesetzt werden – wer den weißen Mittelstrang mitzerdrückt, macht den Drink ungewollt bitter.

In welchem Glas serviert man einen Caipirinha?

Der Caipirinha wird im Tumbler serviert – einem niedrigen, dickwandigen Glas mit 20 bis 25 cl Fassungsvermögen. Die dicke Wand ist kein Zierrat: Sie hält der Belastung beim Zerstoßen der Limetten stand und isoliert den Drink gegen die Handwärme. Ein dünnwandiges Longdrinkglas ist ungeeignet, ein Cocktailglas mit Stiel ebenfalls, weil im Caipirinha direkt im Glas gearbeitet wird.

Wird ein Caipirinha geschüttelt oder gerührt?

Der Caipirinha wird weder geschüttelt noch gerührt, sondern direkt im Glas gebaut. Limette und Zucker werden mit dem Stößel zerdrückt („muddeln“), dann kommt Crushed Ice darauf und zuletzt die Cachaça. Ein Shaker würde die Limettenschalen zerschlagen und den Drink bitter machen. Kurzes Aufrühren mit dem Barlöffel genügt, um Zucker und Saft zu verteilen.

Wie viel Cachaça kommt in einen Caipirinha?

In einen Caipirinha kommen 5 cl Cachaça – das entspricht einem doppelten Barmaß. Dazu eine ganze Limette und 2 Teelöffel brauner Rohrzucker. Wer den Drink milder möchte, reduziert nicht die Cachaça, sondern verwendet mehr Crushed Ice: Das Schmelzwasser verdünnt, ohne das Verhältnis von Säure und Süße zu stören.

Was ist der Unterschied zwischen Caipirinha, Caipirissima und Caipiroska?

Der Unterschied liegt allein in der Spirituose – Limette, Zucker und Eis bleiben in allen drei Varianten gleich. Nur die Version mit Cachaça darf Caipirinha heißen.

Der Caipirinha und seine Varianten

DrinkSpirituoseGeschmack
CaipirinhaCachaçagrasig-erdig, kräftig
CaipirissimaWeißer Rumweicher, süßlicher
CaipiroskaWodkaneutral, limettenbetont
SakerinhaSakemild, leicht getreidig

Ersetzen lässt sich Cachaça am ehesten durch weißen Rum – beide stammen vom Zuckerrohr. Cachaça wird jedoch aus frischem Zuckerrohrsaft gebrannt, Rum meist aus Melasse; deshalb schmeckt der Ersatz spürbar weicher. Das Ergebnis ist dann korrekterweise ein Caipirissima, kein Caipirinha.

Ist ein Caipirinha vegan und glutenfrei?

Ja, ein Caipirinha ist vegan und glutenfrei. Cachaça wird aus Zuckerrohr gebrannt, Limette und Rohrzucker sind pflanzlich, Getreide kommt nicht vor. Einschränkung: Einzelne Cachaças werden mit tierischen Hilfsstoffen geklärt – wer streng vegan lebt, prüft die Angabe des Herstellers.

Ist der Caipirinha der bekannteste Cocktail der Welt?

Der Caipirinha zählt zu den bekanntesten Cocktails der Welt, ist aber nicht der meistbestellte – in internationalen Barranglisten liegen Negroni, Old Fashioned und Margarita regelmäßig vor ihm. Als Nationalgetränk Brasiliens und offizieller IBA-Cocktail gehört er jedoch zum festen Kanon jeder Bar.

Welche Cachaça eignet sich am besten für einen Caipirinha?

Für einen Caipirinha eignet sich eine ungelagerte, klare Cachaça (cachaça prata) am besten. Sie ist kräftig genug, um sich gegen Limette und Zucker zu behaupten, und kostet deutlich weniger als gereifte Abfüllungen. Drei Kriterien entscheiden:

  • Ungelagert statt gereift: Im Fass gereifte Cachaça (ouro) bringt Vanille- und Holznoten mit, die im Drink mit der Limette kollidieren. Sie ist zum puren Trinken gedacht.
  • Aus frischem Zuckerrohrsaft: Echte Cachaça wird aus frisch gepresstem Saft gebrannt, nicht aus Melasse. Steht „Rum“ auf dem Etikett, ist es keine Cachaça.
  • Herkunft Brasilien: Die Bezeichnung Cachaça ist geschützt und darf nur für brasilianische Erzeugnisse verwendet werden.

Preislich liegen brauchbare Flaschen zwischen etwa 12 und 20 Euro (0,7 l). Deutlich teurere Abfüllungen lohnen sich für den Caipirinha nicht – ihre Feinheiten gehen gegen Limette und Zucker ohnehin unter.

Welche Cachaça-Marken gibt es in Deutschland?

In Deutschland ist Pitú die mit Abstand meistverwendete Cachaça – sie war jahrzehntelang die einzige flächendeckend erhältliche Marke und wird hier fast ausschließlich als Zutat für den Caipirinha vermarktet. Importiert wird sie seit den 1980er-Jahren. Daneben haben sich vier weitere Marken im deutschen Handel etabliert:

MarkeStellung in DeutschlandCharakter
PitúMarktführer, überall erhältlichkräftig, leicht süßlich-buttrig
Cachaça 51in Brasilien die meistverkaufte Markeneutral, klar, unkompliziert
Velho Barreiroim Handel breit vertretenwürzig, Noten von Karamell und Zimt
Ypíocaexportierte 1968 als Erste nach Deutschlandmild, weich
Nêga Fulôim Fachhandel verbreitetkräftig, zuckerrohrbetont

Im Fachhandel kommen Premium-Abfüllungen wie Sagatiba oder Leblon dazu. Für den Caipirinha sind sie kein Muss: Ihre Feinheiten gehen gegen Limette und Zucker unter.

Womit kann ich eine Cachaça-Marke ersetzen?

Jede ungelagerte, klare Cachaça lässt sich durch jede andere ersetzen – der Drink funktioniert immer, er schmeckt nur etwas anders. Entscheidend ist nicht die Marke, sondern dass die Flasche ungelagert ist. Diese Tabelle sagt, was am nächsten kommt:

Wenn Marke A nicht da ist – was am nächsten kommt

Statt…nimm…Was sich ändert
PitúVelho Barreiro oder Nêga Fulôetwas würziger, weniger süßlich
Cachaça 51Ypíocakaum merklich – beide sind zurückhaltend
Velho BarreiroPitúrunder, die Zimtnote fällt weg
Sagatiba PrataCachaça 51etwas weniger klar in der Spitze
eine gereifte (ouro, Gold, Velha)jede klare Cachaça (prata)Gereifte gehört nicht in den Caipirinha – Vanille und Holz kollidieren mit der Limette
gar keine Cachaça im Hausweißer Rum → Caipirissima
Wodka → Caipiroska
funktioniert, heißt dann aber anders
Was kostet ein Caipirinha?

In der Bar kostet ein Caipirinha in Deutschland üblicherweise 8 bis 12 Euro, in großstädtischen Cocktailbars auch mehr. Selbst gemixt liegt er bei rund 1,50 Euro pro Glas: Eine 0,7-l-Flasche Cachaça für 12 bis 20 Euro reicht für 14 Drinks, dazu kommen Limette und Zucker für wenige Cent.

Was ist der Unterschied zwischen Caipirinha und Mojito?

Caipirinha und Mojito unterscheiden sich vor allem in der Spirituose und in der Füllung: Der Caipirinha wird mit Cachaça, Limette und Zucker gebaut und bleibt unverdünnt; der Mojito bringt weißen Rum, frische Minze und Sodawasser mit. Der Mojito ist dadurch länger, spritziger und schwächer – der Caipirinha kommt auf rund 10 bis 14 Vol.-%, der Mojito auf etwa die Hälfte. Gemeinsam ist beiden, dass Limette und Zucker direkt im Glas zerdrückt werden.

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